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„BERGBAUBETRIEB DROSEN - URANERZGEWINNUNG UND SANIERUNG“

Im Jahr 2003 wurde die Sanierung der übertägigen Anlagen und des Grubengebäudes des Bergbaubetriebes Drosen im wesentlichen abgeschlossen. 13 Jahre nach Sanierungsbeginn ging damit die Geschichte des einst jüngsten und modernsten Bergbaubetriebes der SDAG Wismut zu Ende. Er ist damit der erste sanierte Betrieb der Wismut GmbH in Ostthüringen.
Die angefallenen und im geringfügigen Maße noch zu erwartenden Kosten der Sanierung werden mit 200 Mio. Euro veranschlagt. Davon entfallen 55 % auf die untertägige Sanierung der Grubenfelder und Schächte, das übrige auf die Sanierung der Flächen, auf die Demontage/Abbrucharbeiten, auf die Umlagerung der Halde etc.
Der Bergbaubetrieb Drosen wurde als letzter Bergbaubetrieb der Wismut errichtet. Der Bergbaubetrieb lag nordöstlich von Ronneburg (Bild 1) unmittelbar am Ortsrand der Gemeinde Löbichau. Die Betriebsfläche des Bergbaubetriebes umfaßte 116,3 ha, ca. 10 ha Pachtflächen wurden für Versatzstellen genutzt.
(Klicken zum vergrößern)
Bild 1: Bergbaugebiet um Ronneburg
Die Errichtung des Bergbaubetriebes erfolgte unter anderem auf der Grundlage der Standortgenehmigung des Rates des Bezirkes Leipzig [2]. Als Bestandteile des neuen Bergwerkes wurden genannt:
  • Zentralschachtanlage mit den Schächten 403 und 415
  • Betriebsbahnhof
  • Anschlußgleis von Beerwalde
  • Zufahrtsstraße von Beerwalde
  • Energieversorgungs- und Informationsübertragungsanlagen
  • Wasserversorgungsanlagen
  • Abwetterschächte 416 und 417
  • Haldenwirtschaft (Tafelhalde)
  • Versatzanlage
Die Projektierung und der Beginn des Aufbaues des Betriebes erfolgten zu einer Zeit, als die Uranfördermengen der Wismut um die 7.000 Tonnen pro Jahr betrugen. In der Standortgenehmigung ist noch der Schacht 417 angeführt (zuletzt zwischen dem Versatzwerk und der Ortschaft Drosen vorgesehen), von dessen Teufe aber abgesehen wurde. Zum Zeitpunkt der Projektierung war die Nichtbestätigung einzelner Vorräte noch nicht abzusehen, so wurden unter anderem 1975 für den Horizontalvortrieb Bohr-, Lade- und Fördergeräte (2,2 m³ Förderwagen) mit 750 mm Spurweite geplant [1] und auch gebaut. Mit dieser Spurweite wurden die Auffahrungen für den Bergbaubetrieb Drosen begonnen. Im Protokoll einer Technischen Beratung zur weiteren Entwicklung des Bergwerkes Drosen vom 25. Oktober 1978 [3] wurde jedoch bereits festgestellt: „Aus der 1978 erfolgten Einschätzung der Rohstoffbasis der SDAG Wismut ist abzuleiten, daß in nächster Zeit keine weiteren größeren Lagerstätten zu erwarten sind“. Der Festlegung zum Zurückrüsten der Spurweite von 750 auf 600 mm auf den Sohlen 600 m und 660 m ab dem 1. Januar 1979 folgt die Begründung „da aus heutiger Sicht in Drosen der einzige neue Bergbaubetrieb errichtet wird“.
Für den Aufschluß der Betriebsfläche des Bergbaubetriebes Drosen wurde die Infrastruktur an den seit 1974 vorhandenen Bergbaubetrieb Beerwalde angeschlossen. Dazu gehörten die 3 km lange Betriebsstraße, Rohrleitungen für die Trink- und Brauchwasserversorgung, Leitungen für Druckluft, Elektroenergie und die Trasse der Werksbahn (Anschlußbahn) für den Antransport des Materials, für den Personentransport und für den Erztransport. Das Teufen der Schächte begann im Dezember 1975 mit dem Schacht 415 durch den Schachtbaubetrieb der SDAG Wismut (Bild 2, 3, 4).

Bild 2: Schachtansatzpunkt 415
Bild 3 und Bild 4: Vorbereitung der Schachtteufe - Blick auf den Schachtansatzpunkt
Aus diesem Betrieb und der „Aufbauleitung Drosen“ der Generaldirektion wurde der Bergbaubetrieb Drosen als selbständige Einheit am 1. Juli 1980 gebildet. Die Aufnahme der Uranproduktion erfolgte 1982.
In der „Grundsatzentscheidung zur weiteren Entwicklung des Bergbaubetriebes Drosen mit Abbau der Lagerstätten Drosen, Beerwalde (660-m- bis 840-m-Sohle) und Posterstein“ (siehe Anhang 2 - Lagerstättenbezeichnung) aus dem Jahr 1985 wurden die Umfänge letztmalig präzisiert. Ohne Einbeziehung der Vorräte auf den tiefen Sohlen Drosen (960-m- bis 1140-m- Sohle) und der Sohlen 420 m und 480 m der Lagerstätte Posterstein wurde ein Uranpotential von ca. 28.000 t, gebunden an 30.500.000 t Erz, für den Abbau vorgesehen. Den geplanten Verlauf der Abarbeitung dieser Vorräte zeigt das Bild 5.
Bild 5: Tatsächlicher und geplanter Ablauf der Urangewinnung im BB Drosen
Nach dem Erreichen der geplanten Kapazität im Jahr 1992 sollte gleichbleibend mit Jahresleistungen von
  • 880 t Uran
  • 1.280.000 t Warenerz
  • 780.000 m³ Abbau
  • 1.056.000 m³ Gesamthaufwerk (ca. 2.700.000 t)
bis zum Jahr 2015 gearbeitet werden. Das Abfahren des Bergbaubetriebes bezogen auf die Uranförderung war dann bis zum Jahr 2020 vorgesehen. Das Jahr 2020 wäre dann wahrscheinlich das Jahr mit der letzten Uranförderung der Wismut gewesen.
In der „Chronik der Wismut“ ist, auf der Basis einer Bewertung von 1991, für Drosen ein Uranvorrat in der gleichen Größenordnung wie in der Grundsatzentscheidung angegeben. Die vom Bergbaubetrieb Drosen geförderten 3.100 t Uran stellen also ungefähr ein Zehntel des Vorrates dar.
Mit aus diesem Grund wurde im August/September 1990 durch die SDAG Wismut, gemeinsam mit der Firma INTERURAN (Saarbrücken) und dem größten französischen Uranbergbauunternehmen Cogema, eine neue ökonomische Bewertung der Lagerstätte Drosen vorgenommen. Im Ergebnis dieser Bewertung wurde unter anderem festgestellt „ BB Drosen ist ein mit moderner Technik reichhaltig ausgestattetes Bergwerk. Die technischen Einrichtungen und maschinellen Anlagen, insbesondere die des Förderbetriebes, sind für westliche Verhältnisse ungemein großzügig geplant und ausgeführt.“ [19] Eine weitere wesentliche Feststellung lautet „... das der Urangehalt der Lagerstätte Drosen deutlich unter den in westlichen Ländern gebauten Lagerstätten liegt.“ [19] Mittels verschiedener Varianten, wie zum Beispiel - die Erhöhung der Bordgrenze von 300 ppm auf 1.000 ppm und damit die Erhöhung des Urangehaltes des zu gewinnenden Erzes von 0,1 auf 0,2 Prozent
  • teilweise Veränderung des Abbauverfahrens
  • Verringerung der Anzahl der Abbaublöcke
hätte der für 1991 berechnete Wert von 370,00 DM/kg auf 256,00 DM/kg gesenkt werden können. Auch unter diesen Bedingungen in Verbindung mit der linsen- und stockwerkartigen Erzkörperform wäre ein wirtschaftlicher Abbau nicht möglich gewesen ( Spot-Markt-Preis 1991 um 30,00 DM/kg).
Nach der Einstellung der planmäßigen Uranproduktion 1990 wurde nahtlos in die Phase der Sanierung übergegangen.
Die folgenden Ausführungen sollen einen kurzen Abriß über Besonderheiten der Uranerzgewinnung und über die Sanierung des Grubengebäudes und der Betriebsflächen des Bergbaubetriebes, die im wesentlichen im Jahr 2003 abgeschlossen wurde, geben. In der „Chronik der Wismut“ [5] ist der Bergbaubetrieb detaillierter beschrieben.