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Die Einstellung der Bergbautätigkeit nach 1990 erfolgte auf der Grundlage des Bundesberggesetzes und der einschlägigen umweltrechtlichen Vorschriften. Die Zulassung eines Abschlußbetriebsplanes für einen Bergbaubetrieb wird davon abhängig gemacht, daß die Wiedernutzbarmachung der Oberfläche, in der vom einzustellenden Betrieb in Anspruch genommenen Fläche, sichergestellt ist. Die Wiedernutzbarmachung umfaßt gemäß § 4 Abs. 4 BBergG die ordnungsgemäße Gestaltung der vom Bergbau in Anspruch genommenen Oberfläche unter Beachtung des öffentlichen Interesses. Eine ordnungsgemäße Gestaltung der Oberfläche liegt dann vor, wenn die vom Bergbau in Anspruch genommenen Flächen so hergerichtet werden, daß sie sich für eine andere sinnvolle Nutzung eignen. Diesem grundsätzlichen Ziel haben sich auch die Sanierungsarbeiten und der Sanierungsumfang unterzuordnen.
Das öffentliche Interesse ergibt sich dabei aus Regional-, Landschafts-, Flächennutzungs- oder Bebauungsplänen.
Der rechtliche Rahmen wird durch die einschlägigen Bundesgesetze, wie das Bundesberggesetz, das Wasserhaushaltsgesetz, das Bundesnaturschutzgesetz, das Baugesetzbuch, das Bundesimmissionsschutzgesetz sowie die zu ihrer Ausführung in den einzelnen Ländern erlassenen Rechtsvorschriften, wie das Thüringer Wassergesetz oder das Thüringer Abfallwirtschafts- und Altlastengesetz, bestimmt. Auf dem Gebiet des Strahlenschutzes gilt die DDR-Vorschrift „Verordnung über die Gewährleistung von Atomsicherheit und Strahlenschutz“ sowie deren Durchführungsbestimmung und die „Anordnung zur Gewährleistung des Strahlenschutzes bei Halden und industriellen Absetzanlagen und bei der Verwendung darin abgelagerter Materialien“ fort.
Das wichtigste Kriterium für die radiologische Bewertung und für die Auswahl von Sanierungsvarianten ist die Einhaltung des Richtwertes von 1 mSv/Jahr für die effektive Dosis für die zusätzliche Exposition infolge des Uranbergbaus. Die effektive Dosis ergibt sich aus allen am betrachteten Ort (Referenzort) auf die betrachtete Person (Referenzperson) wirkenden Komponenten der Strahlenexposition.
Sanierungsbedarf und Sanierungsziele werden im Optimierungsverfahren unter Berücksichtigung aller relevanten Aspekte ermittelt. Bei der Optimierung sind neben radiologischen Kriterien auch chemisch-toxische Belastungen, geomechanische, hydrogeologische, wasserwirtschaftliche Aspekte sowie Nutzungsabsichten und der wirtschaftliche Aufwand relevant.
Insgesamt waren 498 Genehmigungsverfahren notwendig, um den Standort „Bergbaubetrieb Drosen“ zu sanieren. Den größten Anteil mit 255 Verfahren nahmen die Bohrungen ein, die speziell für das Monitoring (Überwachung Wasserpfad) notwendig waren und auch noch über lange Zeit sind. Unabhängig von den materiellen Aufwendungen der Sanierung, zu jeden Verfahren gehörten:
  • Umweltbewertung
  • Technologie/Projekt
  • Antrag und Begründung
  • Begutachtung
  • Zulassung/Erlaubnis/Genehmigung
  • Berichterstattung
Die durch die bergmänische Tätigkeit geschaffenen Grubenbaue können zu Gefährdungen oder zu Beeinträchtigungen der Tagesoberfläche, des öffentlichen Verkehrs, des Grundwassers und anderer im Einwirkungsbereich der Grubenbaue liegender Objekte führen. Es ist verständlich, das gemäß § 55 des Bundesberggesetzes „Der Schutz Dritter ... auch nach der Einstellung des Betriebes gesichert sein muß“. Als erstes erfolgte die Entsorgung der Grubenbaue. Entsorgt wurden, dem Endziel der Verwahrung, der Flutung, geschuldet, alle Wasserschadstoffe (Öle, Fette, Säuren u. ä.), um einen späteren Schadstoffausstoß über den Wasserpfad zu minimieren. Konnte eine vollständige Entsorgung nicht gewährleistet werden, wurde durch Vor-Ort- Blockierung ausgewählter Grubenbaue (Lok- und Ladestationen, Sprengstofflager, Werkstätten) die Belastung des Wasserpfades weitestgehend eingedämmt. Nach der Entsorgung, deren Erfolg durch kommissionelle Befahrungen gesichert wurde, erfolgte das Verfüllen der untertägigen Grubenbaue. Die Grubenbaue wurden entsprechend abgedämmt und die einzelnen Abschnitte verfüllt, wobei sowohl bergschadenkundliche als auch hydrologische Analysen den Umfang der Verfüllung bestimmten. Im BB Drosen wurden verfüllt:
  • alle vier Tagesschächte
  • die gesamte 540-m-Sohle im Westfeld, um die drei Grundwasserleiter oberhalb der 540-m-Sohle vor aufsteigenden Grubenwässern zu schützen
  • alle Abbauhohlräume, alle Aus- und Vorrichtungsgrubenbaue im Bereich der geologischtektonischen Strukturen der Crimmitschauer Störung sowie der Drosener Querzonen, um ein Aufsteigen und übertreten der Flutungswässer in diesen durch den Bergbau beeinträchtigenden Störungszonen weitestgehend zu verhindern.
Ziel dieser Maßnahmen war es, die ursprünglichen geologischen Verhältnisse weitestgehend wiederherzustellen. Als Verfüllmaterial wurde Versatz verwendet, ein Material aus Sand, Elektrofilterasche und Wasser, wie es während der aktiven Bergbauzeit zur Verfüllung der Abbauhohlräume üblich war.
Die oberste Abbausohle, die 540-m-Sohle, da im Bereich der 480-m-Sohle nur eine Verbindung zwischen den Füllorten der Schächte 403 und 415 existierte, wurde generell mit Versatz verfüllt. Nur hermetisiert wurden auf dieser Sohle lediglich Einzelstrecken, die mit anderen Grubenbauen keine geomechanische Wechselwirkungen hatten.
Der höchstgelegene Abbauort befand sich ebenfalls auf der 540-m-Sohle, hier auf dem Block 536-1 im Nordfeld, dessen siebente Abbauscheibe eine Firsthöhe von -191,5 mNN erreichte. Mindestens 500 m Deckgebirge liegen also zwischen dem obersten Abbauhorizont und der Oberfläche.
Insgesamt wurden ca. 210 km Grubenbaue im Zeitraum von 1991 bis 2000 entsorgt und abgeworfen, ca. 1.100.000 m³ Versatz wurden eingebracht. Es waren 1.194 Dämme und 54 Absperrbauwerke für die geplante Flutung notwendig, neben der Rekonstruktion von Strecken, dem Vortrieb und Fördern von Haufwerk in einem geringen Umfang sowie Bohrungen und Bohrlochverschlußarbeiten. Gemäß behördlichen Genehmigungen wurden im Rahmen der Versatzarbeiten 826 t Asbest in das Grubengebäude eingelagert.
  1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000
Entsorgung/km 27,5 6,3 63,6 27,6 6,6 2,6 4,8 2,3 - -
Abwerfen/km 9,4 64,2 55,9 22,3 22,9 14,6 10,2 1,8 3,6 4,2
Verfüllung/10³·m³ 199,9 292,2 393,1 105,8 75,5 40,2 5,1 - - -
Dammbau/Stück 177 328 337 164 96 70 22 - - -
Absperrbauwerke/Stück 3 25 - - 13 12 1 - - -
Tabelle 6
Aufgrund der relativ geringen Standfestigkeit der Gesteine des Perm/Trias als auch des Paläozoikums wurden alle Schächte vom Sumpf bis zur Rasenhängebank verfüllt. Mit Ausnahme des Bereiches unterhalb der 660-m-Sohle des Schachtes 416, der mit 4.387 m³ Schotter verfüllt wurde, kam generell kohäsives Füllgut zur Anwendung. Diese vollständige Verfüllung ist eine dauerstandsichere Lösung, auch durch die Wahl geeigneter Verfüllmaterialien je nach Beanspruchung für Füllortbereiche und für die direkte Schachtsäule. Aus dem Anhang 3: „Beispiel für die Schachtverfüllung“ als Beispiel für die Schachtverfüllung ist erkennbar, daß gegen die Möglichkeit einen späteren Auslaufens der Füllsäule in die mit der Schachtröhre durchschlägigen Grubenbaue Vorsorge getroffen wurde. „Kohäsives Füllgut“ ist ein hydraulisch erhärtendes Material, das sich hinsichtlich seiner Festigkeit und seiner Verformung wie ein Beton verhält, beim Verstürzen im freien Fall jedoch seine Eigenschaften nicht verändert. Als Mindestdruckfestigkeit sind 2 N/mm² erforderlich. Im Anhang 3 ist das Prinzip der Schachtverfüllung am Beispiel der Schächte 403 und 415 dargestellt.
(B2/B5 = Kohäsives Füllgut mit einer Druckfestigkeit von 2 N/mm² bzw. 5 N/mm²)
Schacht Teufe m Querschnitt m² theoret. Umfang m³ Verwahrung Art eingebrachter Umfang mit erweitertem Füllortbereich m³
412
412a
642,6
40,3
39,6
39,6
27.043 11/95-01/96
11/96-04/98
kohäsiv B2, B5 46.157
403 872,2 39,6 34.539 10/96-10/00 kohäsiv B2, B5 113.359
415 881,1 39,6 34.892 04/95-09/95 12/96-08/97 kohäsiv B2, B5 76.997
416 722,1 39,6 28.595 91, 92, 93 11/96-07/97 Schotter kohäsiv B2, B531.910
Tabelle 7
Die Anzahl und die Größe der Füllorte (Wetterschacht oder Förderschacht) sind ausschlaggebend für den angegebenen Gesamtumfang pro Schacht. Insgesamt wurden 268.423 m³ Verfüllgut eingebracht. Im Füllort des Schachtes 403 wurden darüber hinaus 24,4 t Asbest und 135,58 t Holz (radioaktiv kontaminiertes Holz aus dem Betriebteil Seelingstädt) eingelagert.
Hervorgerufen durch die bergmännischen Arbeiten kam es zu einem Absenken des Grundwassers im Grundgebirge (Pz) und, bedingt durch hydraulische Verbindungen speziell des Unteren Graptholitenschiefers (S1) und des Knotenkalkes (S2) mit dem aufliegenden Werradolomit (Ca1), auch in diesem Kluftwasserleiter.
Der wasserführende Plattendolomit erfuhr eine Absenkung des Druckniveaus um max. 3 m Wassersäule, in diesem Wasserleiter hat sich kein Depressionstrichter gebildet. Die hydrodynamischen Verhältnisse im obersten Wasserleiter, im Unteren Buntsandstein (T1), sind durch die Bergbautätigkeit nicht beeinflußt worden.
Bild 28: Flutungsdynamik
Die Flutung im Feldesteil Drosen wurde im Februar 2000 mit der Außerbetriebnahme der Hauptwasserhaltung auf der 600-m-Sohle am Schacht 403 eingeleitet. Im April 2000 erfolgte nach umfangreichen Versatzarbeiten im Westfeld im Niveau der 540-m-Sohle die Abdichtung der Zuflüsse aus dem Werradolomit (siehe auch Punkt 2). Das Bild 28 zeigt die Flutungsdynamik an einem Bohrloch mit Anschluß an das Grubengebäude (MP s-1236) und an vier Bohrlöchern mit Filterstrecken in den vier Grundwasserhorizonten ohne Anschluß an das Grubengebäude. Die Grafik zeigt deutlich, daß das Druckniveau im Unteren Buntsandstein und im Plattendolomit nicht reagiert, daß das Druckniveau im Werradolomit und im Paläozoikum im Ergebnis der Verfüllung auf der 540-m-Sohle (April 2000) fast das ursprüngliche Niveau erreicht hat. Der Meßpunkt s-1236, unmittelbar im Bereich des Schachtes 403 gelegen, hat Anschluß an das Grubengebäude. Der Verlauf dieser Kurve gibt die Erwartung an, wann auch in diesem Bereich das Ausgangsniveau (236 m NN) wieder erreicht wird.
Mit Einstellung der Uranproduktion verloren auch die übertägigen Betriebsanlagen ihre ursprüngliche Bedeutung. Obwohl physisch noch nicht verschlissen, fanden auch die nicht unmittelbar dem Uranbergbau dienenden Anlagen (Versatzwerk, Verwaltungsgebäude, Werkhallen) aus unterschiedlichen Gründen keine Nachnutzer.
Gemäß dem Vorhaben „Anlegen eines überregionalen Grünzuges“ waren alle Gebäude/Anlagen zu entkernen und abzubrechen, bevor die jeweiligen Flächen, dem Sanierungsziel entsprechend, bearbeitet wurden.
Alle Gebäude/Anlagen wurden hinsichtlich möglicher Kontaminationen, nicht nur radioaktiver, untersucht und bewertet. Gegenstand des zu erarbeitenden Abbruchprojektes war auch die Festlegung des Entsorgungsweges, für den folgendes Schema vorgesehen war:
Bild 29: Demontage Erzbunker und Schachthaus 403
Materialart Entsorgungsweg
nicht radioaktiv kontaminierter Schrott Abgabe an Schrotthandel
radioaktiv kontaminierter Schrott Dekontamination durch Metallstrahlen - Schmelzen im Hochofen nicht dekontaminationsfähiger Schrott - Tagebau Lichtenberg
nicht radioaktiv kontaminiertes Abbruchmaterial Recycling zur Wiederverwertung
radioaktiv kontaminiertes Abbruchmaterial Tagebau Lichtenberg
mehrfach kontaminiertes Abbruchmaterial (z. B. radioaktiv u. Kohlenwasserstoffe) Biologische Reinigung (z. B. Kohlenwasserstoffe) - Tagebau Lichtenberg Neue Deponie Ronneburg (z. B. Phenole)
radioaktiv kontaminierte Asbestzementprodukte Untertage
nicht radioaktiv kontaminierte Asbestzementprodukte Deponie Caaschwitz
Tabelle Materialart/Entsorgungsweg
Bild 30: Förderturm des Schachtes 415 am 5.Mai 1998
Bild 31: Förderturm des Schachtes 415 am 4.August 1999
Dem Abbruch ging auf der Grundlage der Umweltbewertung die Erarbeitung des jeweiligen Abbruchprojektes voraus. Dieses Projekt war dann Gegenstand der Genehmigung durch die zuständige Behörde. Begonnen wurde mit dem Abbruch nicht radioaktiv kontaminierter Gebäude, danach wurden alle Gebäude/Anlagen, mit Ausnahme des Fördergerüstes Schacht 403, geschleift.
Im folgenden einige Etappen der Abbrucharbeiten und Zeitangaben für Anlagen, die im Anhang 4: „Übersichtsplan“ aufgelistet sind.
Objekt-Nr. Name Abbruchjahr
16 Materialwirtschaft 1995
7 Eingangsgebäude/Verwaltungsgebäude 1997
10 Küche/Kantine 1997
15 Mischanlage 1997
9 Grundmittelhalle/Werkstatt 1997
17 Kompaktbau (mit Kaue) 1998
"1/4" Bandanlagen und Bunker Schacht 403 1998
3 Turm Schacht 415 2000
13 Versatzwerk 2000
2 Förderkomplex 2001
5 Eisenbahnentladung 2001
11 Personenbahnhof 1999
12 Umspannwerk 2001
  Abwetterschacht 412 1999
  Abwetterschacht 416 1999
  Anschlußbahn (Gleise, Bahnhöfe von Beerwalde bis Drosen) 1997 bis 2003
Tabelle Objektnr./Abbruchjahr
Im Ergebnis der Entkernungs- und Abbrucharbeiten wurden entsorgt:
  • Abbruch 50.605 m³
  • Schrott 15.487 t
Die Wiedernutzbarmachungen (Sanierung) der Betriebsfläche Drosen wurde in dem jeweiligen Projekt detailliert beschrieben. Auf der Grundlage des vorhandenen Flächennutzungsplanes ist für die Fläche überwiegend die Nutzung als Erholungswald/Forstwirtschaft und in Randbereichen untergeordnet Ackerland/Grünland vorgesehen. Entscheidend für die Kontaminationserkundung und für die Höhe der zulässigen Kontaminationswerte waren die „Strahlenschutzgrundsätze für die Verwahrung, Nutzung oder Freigabe von kontaminierten Materialien, Gebäuden, Flächen oder Halden aus dem Uranerzbergbau“ der Strahlenschutzkommission Deutschlands [10], für die Flächensanierung vor allem die „Strahlenschutzgrundsätze für die Nutzung von durch den Uranerzbergbau kontaminierten Flächen zu forst- und landwirtschaftlichen Zwecken sowie als Grünanlage (Parkanlage) und Wohngebiet“.

Die Kontaminationserkundungen auf Radionuklide und andere Schadstoffe erfolgte mit unterschiedlichen Methoden: Die Beprobungen wurden durch organoleptische Ansprachen ergänzt. Kontaminationen wurden überwiegend hervorgerufen durch:
  • Aufschüttungen aus Drosener Haldenmaterial
  • Verwendung von Crossener Haldenmaterial als Aufschüttung und in Baustoffen
Neben der generellen Ermittlung der radioaktiven Komponenten Unat und Ra226 wurde auch auf Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe analysiert. Im Ergebnis der Untersuchungen und der Bewertung der Analysenergebnisse wurden 1.100.000 m³ Boden/Aufschüttungen abgetragen und je nach Beschaffenheit in den Tagebau Lichtenberg (radioaktiv kontaminiert), auf die Deponie Ronneburg (mehrfach kontaminiert) oder auf öffentliche Deponien (keine Kontamination) verbracht. Beispiele für die Flächensanierung sind:
  • Sanierung der Versatzstellen NW 14 (1995), VD 9.0 bis 9.4 (1996), VD 6 (1996), VD 15 (1996), Po4 (2000)
  • Fläche der Abwetterschächte 412 und 416 (2000)
  • Fläche Materialwirtschaft (1999)
  • Sanierung des Auflandebeckens mit 7.000 m³ Schlamm und 1.600 m³ Dichtschicht (2000)
Dem jeweiligen Ziel der Sanierung entsprechend wurden insgesamt 600.000 m³ inertes Material aufgetragen.
Die Gamma-Dosisleistung wurde vor und nach der Sanierung bestimmt. Die Messung der Gamma-Dosisleistung vor der Sanierung gehörte zu den ersten Maßnahmen der Erfassung einer möglichen radioaktiven Umweltbelastung. In einem Raster von 20 m x 20 m wurde sowohl die Betriebsfläche als auch das an die Betriebsfläche angrenzende Territorium bewertet. Die Ergebnisse dieser Erstbewertung sind im Anhang 5: „Messungen vor Wiedernutzbarmachung“ dargestellt. Gemäß der Empfehlung der Strahlenschutzkommission Deutschland ist ein Wert < 200 nSv/h als unbelastet zu bewerten, er ist in der Anlage „grün“ dargestellt. Der Anhang 6: „Messungen nach Wiedernutzbarmachung“ zeigt die Meßwerte nach der Sanierung, diesmal in einem Raster von 10 m x 10 m aufgenommen. Die Darstellung verdeutlicht, daß das Ziel der Sanierung erreicht ist.
Die Halde Drosen wurde von 1982 bis 1991 mit 3,5 Mio. m³ auf einer Fläche von 22,8 ha geschüttet (der Grundsatzentscheidung [4] zufolge waren 12,8 Mio. m³ vorgesehen). Die Halde erreichte in 3 Scheiben eine Höhe von 40 m. Den geologischen Verhältnissen entsprechend, bestand die Halde zu 69,6 % aus Lederschiefer (Og3) und 29,9 % aus Diabas (ß). Die mittleren Gehalte an Uran (59 g/t) und Radium (0,67 Bq/g) entsprachen denen der übrigen Thüringer Halden. Vor dem Aufschütten wurde die Haldenaufstandsfläche von Mutterboden beräumt. Teilweise wurden Partien des Unteren Buntsandstein zur Kiesgewinnung genutzt.
Durch die Haldensickerwässer wurde der Grundwasserleiter Unterer Buntsandstein, der im Bereich der Ortschaft Kakau in 1,5 km Entfernung als Trinkwasserhorizont benutzt wird, im Bereich der Halde kontaminiert. Die detaillierten Untersuchen ergaben zwar keine akute Gefährdung für das Trinkwasserwerk Kakau, langfristig war die Abtragung der Halde jedoch das sicherste Mittel zur Beseitigung der Kontamination, die mit einer Fläche von ca. 50 ha angegeben wurde.
Das Material der Halde Drosen wurde der Halde Beerwalde an- und aufgelagert. Über eine extra geschüttete Transporttrasse (1.700 m Länge, 25 m Breite, 167.200 m³ Haldenmaterial), im Bereich der permotriasischen Überdeckung des Paläozen wurde der Untergrund gesondert vorbereitet (48.000 m² Folie/Geotextil, 3.064 m Gräben). Es wurden 3.974.000 m³ Haldenmaterial über eine Entfernung von 2.900 m mittels der „Kleinen CAT-Flotte“ vom 1. Dezember 1997 bis zum 30. November 1999 transportiert.
Maschinentyp Volumina Anzahl
Radlader 992 C und D Schaufelvolumen: 10,7 m³ 2
Schwerlastkraftwagen 773 B Nutzlast 50 t 11
Kettendozer D 11 Schildkapazität: 34,4 m³ 2
Motorgrader MG 14   1
Motorgrader MG 16   1
Erdverdichter EV 825   1
Wasserwagen 631 Inhalt 40 m³ 1
Wasserwagen K 100 Inhalt: 40 m³ 1
Tabelle 8
Bild 32: Kipperbeladung
Bild 33: Radlader und Raupe
Gemäß dem Protokoll zur Freigabe der Fläche vom 31. Juli 2000 wird die ordnungsgemäße Beräumung der Fläche festgestellt. Die durchschnittliche Photonenäquivalentdosisleistung betrug 130 nSv/h bei einem Maximalwert von 280 nSv/h und einem Minimalwert von 70 nSv/h (siehe auch Anhang 6: „Messungen nach Wiedernutzbarmachung“). Zur Gewährleistung des Schutzes der Belegschaft und der Bevölkerung vor radioaktiven Belastungen wurde während der Umlagerung der Halde ein sanierungsbegleitendes Meßprogramm aufgelegt. Die Meßpunkte (Bild 34) zur Erfassung der Emission (MP 59.50 bis MP 59.53) und die Meßpunkte zur Erfassung der Immission (MP 59.54 bis MP 59.56) brachten folgende Ergebnisse:
Bild 34: Meßpunkte und Fahrtrasse für die Anlagerung der Halde Drosen an die Halde Beerwalde
  Emissionsmeßpunkte Immissionsmeßpunkte
Nummer/Ort 59.50 Halde Drosen 59.51 Trasse 59.52 Trasse 59.54 Ingramsdorf 59.55 Löbichau 59.56 Beerwalde
Schwebstaub
mg/m³
0,045 0,045 0,045 0,03 0,03 0,03
ll-Alpha-Aktivität
mBq/m³
1 1 1 0,3 0,2 0,2
Radon
Bq/m³
27     18 25 23
Radonzerfallsprodukte
MeV/cm³
0,21          
Tabelle 9
Bei einem Lade- u. Transportvolumen von ca. 8.000 m³ pro Tag (6:00 Uhr bis 22:00 Uhr) in den Jahren 1998 und 1999 lag die Aktivität der langlebigen Alphastrahler im Schwebstaub um 1 mBq/m³ auf der Halde als auch auf der Trasse. Für beide Trassenpunkte war von der Behörde ein maximal zulässiger Wert von 10 mBq/m³ festgelegt. Die Staubwerte an den Immissionspunkten lagen mit 0,03 mg/m³ wesentlich tiefer als die an den Emissionspunkten. Bei den angegebenen Durchschnittswerten lagen die Einzelwerte zwischen 0,15 und 0,37 mBq/m³. Für den Immissionswert gilt ein zulässiger oberer Wert von 2,5 mBq/m³. Die ermittelten Radonwerte liegen im Bereich der für die Region angegebenen Hintergrundaktivität und weit unter dem als Obergrenze des Normalbereiches in der freien Atmosphäre angegebenen Wert von 80 Bq/m³.
Die freigelegte Aufstandsfläche der Halde wurde ebenfalls auf die Gamma-Dosisleistung untersucht (Anhang 6: „Messungen nach Wiedernutzbarmachung“).
Unmittelbar nach der Beseitigung der Kontaminationsquellen Halde und Auflandebecken ist eine Beseitigung der Kontaminationen der Buntsandsteinwässer nicht zu erwarten.
Zur Kontrolle betreibt die Wismut ein Bohrlochnetz (Bild 35), dessen Analysenwerte der Urankonzentration seit einigen Jahren, mit zwei Ausnahmen, Werte zwischen 1 und 5 µg/l zeigen. Die zwei Ausnahmen (MP s-840 und MP s-843) zeigen aber auch eine stark fallende Tendenz (Bild 36). Für den MP s-843 ist im Bild beispielhaft die Entwicklung der Anionen SO4 und Cl dargestellt, die sich in dieser Form noch nicht in allen Bohrlöchern zeigt.
Bild 35: Bohrlochnetz zur Kontrolle der Buntsandsteinwässer
Bild 36: Urankonzentrationen an den Meßstellen s-840 und s-843